Filmkritik zu The Dark Knight Rises

Von Volker Müller 23. Jul 2012 09:14

Fast kein Tag in den letzten Wochen verging, an dem kein neuer TV-Spot oder Trailer zu Christopher Nolans „epischem Batman-Finale“ erschien. Auch die Vorschusslorbeeren nahmen ungeahnte, ja eigentlich schon recht nervige Ausmaße an. Trotz alledem ist der Megahype rund um »The Dark Knight Rises« angesichts der Umstände auch verständlich, schließlich gehört Nolan definitiv zu den wichtigsten und besten Regisseuren unserer Zeit.  Der Mann hat bis dato nur Gutes und Grandioses abgeliefert und irgendwo da dazwischen befindet sich auch der Abschluss seiner Batman-Trilogie.

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Inhalt

Acht Jahre sind vergangen, seit Harvey Dent aka Two-Face durch Batman seinen Tod fand. Seitdem ist Dent das Symbol für den Frieden, der in Gotham herrscht. Bruce Wayne ist seither so gut wie nicht mehr aus dem Haus gegangen und kommt recht verwahrlost auf einem Krückstock daher. Eine Begegnung mit Meisterdiebin Selina Kyle führt schließlich dazu, dass Wayne sich aufrafft und wieder vor die Tür tritt. Gleichzeitig taucht Hardcore-Terrorist Bane in Gotham City auf…


Popcorn

»The Dark Knight Rises« ist zwar nicht das erhoffte Meisterwerk geworden, dies bedeutet jedoch nicht, dass der Film nicht absolut sehenswert sei. Nolan liefert mit seinen großartigen Bildern in Kombination mit den hämmernden Klängen von Komponist Hans Zimmer Bombastkino in Reinkultur, vergisst dabei jedoch nicht, seine Geschichte zu Ende zu erzählen. Dafür bedient er sich zahlreicher Rückblenden, die in »Batman Begins« ihren Ursprung haben. Diese mögen zunächst etwas Verwirrung stiften, am Ende fügt sich jedoch alles recht harmonisch zu einem Ganzen zusammen. 


Cast

Ähnlich wie bei den Flashbacks verhält es sich auch mit der Implementierung der neuen Charaktere, welche stellenweise getrost als überflüssig bezeichnet werden können. Die wichtigen Figuren sind dennoch allesamt großartig gecastet. Anne Hathaway gibt eine verdammt sexy Femme Fatale und braucht Vergleiche mit Michelle Pfeiffer als Catwoman keineswegs zu scheuen. Joseph Gordon Levitt kommt als junger, hitzköpfiger Polizist vermutlich auf am meisten Screentime, weshalb man zunächst den Eindruck nicht loswird, dass er eigentlich die Hauptrolle spielt. Tom Hardy hatte es vermutlich am allerschwersten, wird er doch an Heath Ledgers Joker gemessen. Der Joker und Bane sind jedoch zwei komplett unterschiedliche Typen. Während Ledger vor allem mit seinem Minenspiel brillierte, ist die Maske, die den Fleischberg Bane mit Drogen pimpt doch ein fester Bestandteil seines Gesichts, da bleibt nicht viel Platz für ausdrucksvolle Mimik. Hardy wirkt angesichts seiner physischen Präsenz dennoch stets bedrohlich. Er ist ein straight-forward Bösewicht, der, im Gegensatz zum Joker, immer auf direkten Konfrontationskurs mit seinen Gegnern geht. Auch Marion Cotillard macht als Bruce Waynes Quasi-Notnagel eine gute Figur.


Message

Nolan verzichtet auch nicht auf kleinere gesellschaftskritisc​he Seitenhiebe, denen er aber dann wohl doch nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken wollte. Weitere Elemente, wie etwa die U.S. Army, mögen für manche etwas deplatziert wirken, schließlich befinden wir uns ja in Gotham City und nicht in New York, sind aber ebenso leicht zu verschmerzen, wie der gelegentlich auftretende Pathos, der eher amüsiert, als dass er aufregt. 


Fazit

»The Dark Knight Rises« bildet den gelungenen, runden Abschluss einer großartigen Trilogie und legt die Messlatte für zukünftige Batman-Filme extrem hoch. Ein bisschen weniger Popcornkino und ein bisschen mehr „Nolan“ wäre allerdings wünschenswert gewesen.

(8/10)

 

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  • Volker MüllerVolker Müller

    Volker ist zwar bekennender Film- und Serienjunkie, seine Leidenschaft wird jedoch durch eine immense Aversion gegen Bollywood und generell Produktionen, in denen gesungen und/oder getanzt wird, überschattet.

    Er pflegt den msn Kinoblog durch Verrisse, Lobeshymnen und Filmnews, die er für erwähnenswert hält.